Ladungssicherung
1. Unzureichende oder beschädigte Sicherungsmittel
- Entdeckung:
Inspektoren prüfen bei der Sicherheitsprüfung Gurte, Ketten und andere Sicherungsmittel auf Verschleiß, Beschädigungen, Korrosion oder fehlende Kennzeichnungen. - Behebung:
Beschädigte oder nicht zertifizierte Sicherungsmittel müssen sofort ausgetauscht werden. Es empfiehlt sich, stets einen Vorrat an geprüften Ersatzmitteln an Bord zu halten.
2. Falsche Anwendung der Sicherungsmittel
- Entdeckung:
Fehlerhafte Zurrwinkel, falsche Befestigungspunkte oder unsachgemäße Knotentechniken fallen beim Überprüfen der Ladung und der Anweisung der Crew schnell auf. - Behebung:
Regelmäßige Schulungen der Crew zur richtigen Anwendung und ein detailliertes Ladungssicherungsprotokoll helfen, diese Fehler zu vermeiden.
3. Nichtbeachtung der Lastverteilung und des Schwerpunkts
- Entdeckung:
Fehlende oder fehlerhafte Staupläne sowie ungleichmäßig verteilte Belastungen werden im Rahmen der Dokumentenprüfung und einer Sichtkontrolle der Ladungsanordnung erkannt. - Behebung:
Vor dem Verladen muss ein Stauplan erstellt werden, der Schwerpunkt und Lastverteilung dokumentiert. Bei Abweichungen ist eine sofortige Umstauung erforderlich.
4. Fehlende oder unvollständige Dokumentation
- Entdeckung:
Unvollständige Protokolle, fehlende Prüfberichte über verwendete Sicherungsmittel oder keine Nachweise über durchgeführte Kontrollen werden bei der Inspektion der Unterlagen sichtbar. - Behebung:
Standardisierte Checklisten und digitale Dokumentationssysteme erleichtern die lückenlose Erfassung und Nachverfolgbarkeit aller sicherheitsrelevanten Daten.
5. Mangelnde Wartung und Kontrolle der Sicherungsgeräte
- Entdeckung:
Verrostete Spannelemente, schwergängige Ratschen oder blockierte Feststellvorrichtungen werden durch Sicht- und Funktionsprüfungen identifiziert. - Behebung:
Die Sicherungsgeräte müssen regelmäßig inspiziert, gereinigt und gewartet werden. Für kritische Komponenten empfiehlt sich ein Wartungskalender mit festen Prüffristen.
Best Practice: Expertenempfehlungen für die Praxis
- Regelmäßige Crew-Schulungen:
Aktuelle Trainings und Unterweisungen zu neuen Sicherungsmethoden und Produkten steigern das Sicherheitsniveau. - Verwendung zertifizierter Produkte:
Nur geprüfte und gekennzeichnete Sicherungsmittel gemäß internationalen Normen (z.B. EN 12195) verwenden. - Digitale Unterstützung:
Moderne Apps und Softwarelösungen helfen bei der Dokumentation, Planung und Nachverfolgung von Prüfungen und Wartungsintervallen. - Vorausschauende Wartung:
Nicht nur auf Schäden reagieren, sondern proaktiv auf Abnutzungserscheinungen und geplante Erneuerungen achten. - Transparente Kommunikation:
Alle sicherheitsrelevanten Beobachtungen und Maßnahmen nachvollziehbar dokumentieren und an die Crew weitergeben.
Fazit
Die Sicherheitsprüfung im Bereich Ladungssicherung deckt regelmäßig wiederkehrende Fehlerquellen auf, die durch gezielte Maßnahmen und den Einsatz moderner Produkte zuverlässig behoben werden können. Technische Inspektoren profitieren von einer systematischen Vorgehensweise und kontinuierlicher Weiterbildung, um Risiken für Schiff, Ladung und Besatzung nachhaltig zu minimieren.
Haben Sie Fragen zur optimalen Ladungssicherung oder benötigen Sie Unterstützung bei der Umsetzung von Sicherheitsprüfungen? Kontaktieren Sie uns – wir beraten Sie gerne mit maritimer Erfahrung und technischen Lösungen.